Ayurveda Basics

Was ist Ayurveda eigentlich genau und was passiert während einer Ayurveda-Kur?
Das und mehr erklären wir hier in den nachfolgenden Beiträgen.

Themenübersicht:

Natürlich können Sie uns auch gerne kontaktieren, falls Ihnen zu Ihrer bevorstehenden Ayurveda-Kur noch Fragen offen bleiben.

Ayurveda Basics

Ayurveda ist der älteste überlieferte Wissensschatz über die Gesundheit im ganzheitlichen Sinne und hat seinen Ursprung vor über 3000 Jahren in Indien. Über indische Könige die mit ihrem Stamm übersiedelten kam das ayurvedische Wissen schon recht früh nach Sri Lanka und ist hier bis zum heutigen Tage lebendig geblieben. ‘Ayus’= das Leben, ‘veda’= Wissenschaft/ Wissen, also das Wissen vom Leben, gilt als Mutter aller Heilkünste. Dieses ayurvedische Heilwissen ist aber nicht an ein Land, an eine bestimmte Zeit, Kultur oder Religion gebunden, sondern ist universeller Natur, kann überall und zu allen Zeiten angewendet werden. Es gilt die Prinzipien des Ayurveda zu verstehen und im eigenen Umfeld umzusetzen.

Ayurveda betrachtet den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele im Zusammenspiel mit der Umwelt und dem Kosmos. Ist diese Einheit im Gleichgewicht, besitzt der Mensch die Grundlage für ein gesundes, glückliches und langes Leben.Nach der Lehre des Ayurveda sind Mikro- und Makro-Kosmos eins. Daher dreht sich alles Denken und Handeln im Ayurveda um die fünf Elemente: Äther, Luft, Feuer, Wasser, Erde. Aus ihnen leiten sich auch die drei Bioenergien bzw. Konstitutionstypen (Doshas)Vata, Pitta und Kapha ab und stellen eine Verbindung zwischen dem Grobstofflichen und dem Feinstofflichen dar.

Vata – heißt übersetzt so viel wie „sich bewegen“ oder „Wind“ und bildet sich aus Luft und Äther. Es ist das Bewegungsprinzip in unserem Körper.

Pitta – heißt übersetzt „erwärmen“ oder „Galle“ und entsteht aus dem Element Feuer mit einem kleinen Anteil Wasser. Es ist das Umsetzungsprinzip auf der körperlichen und geistigen Ebene und ist verantwortlich für alle Stoffwechsel- und Verdauungsvorgänge, so wie für die Intelligenz und geistigen Fähigkeiten des Menschen.

Kapha – wird als „zusammenhalten“ oder „Schleim“ übersetzt und bildet sich aus Wasser und Erde. Es ist das Stabilitätsprinzip und gibt dem Körper Struktur (Skelett, Gewebe), Stärke, Potenz, Ruhe, Ausdauer und Widerstandskraft.

Jeder Mensch verfügt über alle drei Doshas. Je nach individueller Zusammensetzung und Ausprägung von Vata, Pitta und Kapha geht daraus seine ganz persönliche Konstitution mit ihren körperlichen und psychischen Eigenarten hervor. So gibt es 7 Grundkonstitutionen im Ayurveda: Vata, Pitta, Kapha, Vata-Pitta, Vata-Kapha, Pitta-Kapha und Vata-Pitta-Kapha. Bei den meisten Menschen ist ein Mischtypus zu finden. Ist nun dieses ursprüngliche Doshagefüge (Grundkonstitution) im harmonischen Gleichgewicht, so ist der Mensch gesund, widerstandsfähig und glücklich. Sind die Doshas jedoch gestört und im Ungleichgewicht, ist dies die Ursache von physischen und psychischen Beschwerden aller Art.

Ziel des Ayurveda ist ein gesundes, langes Leben. Gesundheit zeigt sich in einer schönen, klaren Haut, in geistiger Klarheit, in Konzentrationsfähigkeit und einem genialen Verstand, in Körperkraft und Ausdauer, und in einer positiven Ausstrahlung.

Ayurvedische Ernährung

Den größten Teil unserer Gesundheit haben wir selbst in der Hand, und die Ernährung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Nach dem ayurvedischen Verständnis macht allein die Ernährung 50–80% der Gesundheit aus. Doch auch das alltägliche Verhalten und v.a. unser Denken beeinflussen stark unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Gesundheit bedeutet ebenso andauernde Korrektur und Erkenntnis und so führt uns die Anwendung des ayurvedischen Wissens und der ayurvedischen Empfehlungen in die Eigenverantwortung und Selbstliebe.

Was wir essen hat einen buchstäblich elementaren Einfluss auf unsere körperlicheGesundheit, unsere Schönheit und Ausstrahlung und seelische Zufriedenheit. Das besondere an der ayurvedischen Ernährungslehre ist, dass sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt und nicht das Essen. Im Gegensatz zum Westen, wo es nur um Inhaltsstoffe geht wie Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße, Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, orientiert sich Ayurveda an der individuellen Wirkung der Nahrung auf den Einzelnen und an dessen natürlicher Wahrnehmung. Somit gibt es keine strengen Regeln, Dogmen oder Diäten.

Im Ayurveda heißt es: Der Mensch ist, was er verdaut, d. h. was der Körper aus der Nahrung macht. Die Verdauungsleistung des Körpers hängt davon ab, wie gut das Verdauungsfeuer (Agni) brennt. Wie alles im Ayurveda beruht auch die Ernährung auf dem Ausgleich der im Körper vorherrschenden Eigenschaften. Ziel der ayurvedischen Ernährung ist es, die drei Doshas in ihr individuelles Gleichgewicht zu bringen und das Verdauungsfeuer (Agni) zu stärken, sowie die Wahrnehmung zu verfeinern (für das, was mir zu- bzw. abträglich ist).

Jeder Mensch hat von Natur aus ein sicheres Gespür dafür, was gut für ihn ist und was nicht. Ganz instinktiv wählen wir z.B. eine Obst- oder Gemüsesorte aus, die unsere Dosha-Störungen ausgleichen würden. (Vatatypen z.B. lieben i.d.R. Rote Bete, als erdendes Gemüse). Allerdings ist dieses angeborene Feinempfinden nur allzu oft durch Erziehung, jahrelange unnatürliche Gewohnheiten und unvernünftiges Essverhalten verschüttet worden. Auch seelische Schwankungen beeinflussen unsere Vorlieben. Bei Depressionen neigen wir zu leeren (tamasischen) Nahrungsmitteln wie z.B. Kartoffelchips und Cola, fühlen wir uns dagegen kraftvoll und lebensfroh, bevorzugen wir vitale energiereiche und reine (sattvische) Lebensmittel wie z.B. Nüsse und frisches reifes Obst.

In der westlichen Ernährungslehre geht es lediglich um eine Mixtur an Inhaltsstoffen, die „wissenschaftlich“ als gesund deklariert wird. Im Ayurveda ist von dem aber nur das gesund, was der individuelle Körper tatsächlich optimal in gesundes Gewebe ver-stoff-wechseln kann, ohne dabei viel Abfallstoffe, Gifte oder Schlacken (Ama) zu bilden, bzw. solche auszuscheiden zu müssen.

Da unser Wunderwerk Verdauungstrakt über das vegetative Nervensystem gesteuert wird, können wir umso besser verdauen (z.B. einen „fremden“ Stoff ‚Apfel‘ in einen „eigenen“Stoff, also gesundes eigenes Körpergewebe verwandeln), je entspannter wir sind. Deshalb ist es so wichtig, dass wir in einer entspannten Atmosphäre und in einem schönen Ambiente, mit positiven, dankbaren Gedanken und möglichst in freundlicher Gesellschaft unsere Speisen einnehmen. Jedes Umfeld wirkt auf uns und wir wirken gleichfalls auf das Umfeld. Sind darüber hinaus die Speisen appetitlich angerichtet (das Auge isst mit!), entspannt sich unser gesamtes Geist-Seele-Körper-System.Kennt man die Wirkung der einzelnen Lebensmittel auf die Doshas und die persönlichen Dosha-Konstellationen einer Person, so bietet uns Ayurveda eine Fülle an Wissen und Erfahrungen an, welche Lebensmittel förderlich und welche schwächend wirken, um einen Ausgleich der im Körper vorherrschenden Eigenschaften zu schaffen. Doch hier gibt es kein Dogma, da letztlich jeder als Individuum ausprobieren und wahrnehmen lernen darf, was Ihm wirklich gut tut und was nicht. Das, was einem nicht gut tut, dann auch zu lassen, wird im Ayurveda als intelligent bezeichnet.

Ayurvedische Kochkunst

Ein erster Schritt wäre es, nicht nur darauf zu achten, wie etwas schmeckt, sondern v.a. darauf zu achten, wie es mir bekommt, d.h. habe ich nach einer Mahlzeit oder einem Snack eher das Gefühl von Ausgeglichenheit und Zufriedenheit oder fühle ich eine Müdigkeit oder Schwere im Magen?

In alten Ayurveda-Geschichten werden Köche als Alchimisten der Lebens-Energie’ bezeichnet. Deshalb ist es also sehr wichtig, die Speisen mit Liebe, Freude und Hingabe zuzubereiten. Dann haben sie auch Heilkraft für Körper, Geist und Seele. Ein ayurvedisches Tri-Dosha-Menü, d.h. ein Menü, das für alle Konstitutionstypen bekömmlich ist, besteht immer aus mehreren Komponenten, ist herrlich bunt, wohl-schmeckend, gut verdaulich und gesund. Klassisch setzt es sich zusammen aus Suppe, Salat oder, Reis, Dal, zwei verschiedene Gemüse, Chutney, Dessert. Die Zutaten stammen idealerweise aus der jeweiligen Region und sind so hochwertig und unbelastet wie möglich.

Ayurveda bedeutet das Wissen vom Leben, d.h. es geht darum die universellen Prinzipien zu verstehen und diese im eigenen Umfeld (Land) anzuwenden. Es bedarf grundsätzlich keiner exotischen Ingredienzien, ausgenommen Gewürze. Ayurvedisch kochen bedeutet nicht ausschließlich indisch kochen. So lässt sich nach ayurvedischer Methode jede Küche, sei es die italienische, die französische oder die deutsche auf den Tisch zaubern. Voraussetzung, man hält sich an die Regeln. Ein weiteres häufiges Missverständnis in diesem Zusammenhang ist das in vielen Ayurveda Resorts zu findende, sogenannte „Ayurvedische Büffet“. Es genügt nicht einfach nur eine Reihe von Tontöpfen aufzustellen und diese mit 3 verschiedenfarbigen Punkten, für Vata, Pitta und Kapha zu markieren. Wie wir anfangs schon lesen konnten sind die meisten von uns Mischtypen, d.h. ihre Grundkonstitution besteht aus 2 oder 3 Doshas. Selbst bei einem „reinen“ Dosha Typ, sagen wir mal Pitta ist das als –Pitta- markierte Essen nicht immer zuträglich. Hat er z.B. eine Erkältung und ist verschleimt ( = sein Kapha ist gerade zu hoch ) sollte er kühlende Nahrung, die im allgemeinen, auf Grund seines guten Verdauungsfeuers für Ihn eher verträglich ist, meiden. An diesen Tagen sollte er u.a. das Lassi-Getränk, das Kokosnuss-Wasser oder viel Salat meiden, da diese ihn noch mehr verschleimen würden.

Die Seele eines jeden ayurvedischen Essens ist das sogenannte Fodni – der Gewürzsud mit Ghee. Nur durch das Anbraten der Gewürze in Ghee wird deren Heilkraft frei gesetzt. Erst danach werden die anderen Zutaten zugefügt.

Normalerweise wird der Geschmack (Rasa) als eine eher zufällige Begleiterscheinung der Nahrung angesehen, die nichts mit ihrer gesundheitlichen Qualität zu tun hat. Im Ayurveda jedoch zeigt der Geschmack die Zusammensetzung und die Wirkung der einzelnen Nahrungsbestandteile sehr deutlich. Alles basiert auf den 5 Elementen, so werden den Elementen auch bestimmte Geschmacksrichtungen zugeordnet. Die 5 (6) Rasas sind: süß, sauer, salzig, scharf, bitter, herb/zusammenziehend. Versteht man diese Zusammenhänge, lassen sich daraus die Typ-gerechten Ernährungsempfehlungen Vata, Pitta, Kapha und deren Mischtypen ableiten.

Beispiel: ein Vata-Typ braucht süß, sauer, salzig, während für ein Pitta-Typus süß, bitter, herb/zusammenziehend förderlich ist. Bei einem Mischtypus von Vata-Pitta orientiert man sich daran, ob eher das Vata oder das Pitta überwiegt und wählt dann z.B. eher süß-salzig-bittere Geschmacksrichtungen. Doch sollten in jeder Mahlzeit immer alle Geschmacksrichtungen vorhanden sein, um den Körper mit allen Inhaltssoffen zu versorgen, die er benötigt. Lediglich die Gewichtung der Rasas und Gunas (=Eigenschaften wie warm-kalt, flüssig-trocken etc.) macht den Unterschied.
Nun stellt sich häufig die Frage, wie lässt sich die individuelle Kost für verschiedene Familienmitglieder unter einen Hut bekommen? Ayurveda ist in seinen Grundzügen einfach und wird gern als „Küchenmedizin“ bezeichnet. Der wohl wichtigste Grundsatz lautet: mindestens 1x am Tag eine frisch zubereitete warme Mahlzeit, die möglichst mittags und mit Liebe gekocht wird.

Weitere einfache Lösungen:

  • Die Speisen neutral kochen, d.h. mit wenig Salz, Gewürzen und Fetten. So kann sich jeder Typus entsprechend nachwürzen:
  • Vata: reichlich Ghee/Öl, Salz, blähungswidrige Gewürze wie Asafoetida, Kreuzkümmel, Koriander, Pfeffer.
  • Pitta: Ghee, Koriander, Kümmel, Kurkuma
  • Kapha: scharfe Gewürze wie Chilli, Pfeffer

Auf dem Markt gibt es bereits fertige Churnas (geröstete Gewürzmischungen) für jeden Typus.

  • Die Menge und Reihenfolge der Speisen zu variieren:
  • Vata beginnt mit etwas Warmem, dann Salat oder Salat zum Essen.
  • Pitta beginnt mit ein wenig Dessert/Süßem, dann viel Salat und Dessert.
  • Kapha beginnt mit etwas Warmen, nimmt etwas Scharfes zum Essen (z.B. scharfes Chutney), dann Salat, oder Salat dazu, nur sehr wenig Dessert.

Während sich der Vatatypus nach dem Essen ausruhen sollte, wäre für den Kapha ein Verdauungsspaziergang angesagt. Grundsätzlich spielt in der ayurvedischen Küche die Zusammenstellung der Nahrungsmittel eine große Rolle. Unsere Verdauungsorgane können immer nur für bestimmte Nahrungsmittelgruppen ein passendes Verdauungsmilieu bilden (z.B. Eiweiß), um die gesamte Lebensenergie freizusetzen. Wenn wir aus ayurvedischer Sicht falsche Nahrungsmittelkombinationen essen, kann es bereits im Magen zu Gärungs- und Fäulnisprozessen kommen, die zu Ama, Übersäuerung und Prana/ Energie-Verlust führen.

Deshalb sollten wir z.B. tierische Eiweiße wie Fleisch, Fisch, Eier, Käse und Milch nicht bunt durcheinander mischen und möglichst nicht gleichzeitig mit Kohlenhydraten essen (wie z.B. bei Quiche Lorraine oder Paella). Ein Fisch nur mit Gemüse, wie es z.B. in Italien üblich ist, wäre also für alle Konstitutionen bekömmlich. Pflanzliche Eiweiße dagegen (z.B. in Hülsenfrüchten) können bedenkenlos kombiniert werden. Im Allgemeinen deckt sich hier auch der Trennkost-Gedanke (tierisches Eiweiß nicht mit Kohlenhydraten zu kombinieren) mit Ayurveda.

Was ist Panchakarma?

Die Panchakarma Kur ist indiziert um größere gesundheitliche Ungleichgewichte auszubalancieren. Es ist wichtig zu verstehen, dass es sich bei einer Panchakarma-Kur nicht um eine Wellnesskur oder um eine eher vorbeugende ‚sanfte‘ Ayurveda-Kur handelt. Obwohl es ein verlockender Gedanke ist, eine Panchakarma-Kur mit einem Erlebnis-Wellness Urlaub zu verbinden, sollte man sich überlegen, was man möchte und was man erwartet. Möchten Sie eher einen „aktiven“ Genuß- und Wellnessurlaub mit schönen Ausflügen verbinden, so wäre wahrscheinlich eine einfache vorbeugende Ayurveda-Kur die richtige Wahl.

Eine Panchakarma-Kur hingegen ist eine Reinigungs- und Entschlackungstherapie, die sehr tief in unseren Organismus eingreift. Deshalb wird allen Interessenten einer solchen Kur empfohlen, jede körperliche und geistige Belastung oder Anstrengung während der Kur Dauer weitgehend zu vermeiden! Auch ausführliche, anstrengende Besichtigungstouren, Bergwanderungen, Tauchen und sonstige sportliche Aktivitäten sollten Sie, wenn möglich, vor der Panchakarma-Kur unternehmen.

Während der Panchakarma-Kur sollte man sich einfach erholen, entspannen und sich durch die Öl Anwendungen verwöhnen lassen und diese genießen, um dem Körper Kraft zu geben für die Reinigungs- und Heilprozesse, sowie die Neueinstellung des Stoffwechsels. Natürlich kann man sich nach der Reinigungswoche kleinere Ausflüge und Besichtigungen gönnen, aber das Hauptaugenmerk ist darauf zu richten, abzuschalten, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen, die Alltagssorgen und Probleme loszulassen und dem Körper eine Möglichkeit geben, sich zu heilen. Erholsame kleine Spaziergänge am Strand, genießen der Natur, sanfte Körper- und Energiearbeit sowie maßgeschneiderte Yoga-Übungen werden einen wertvollen Beitrag zur Regeneration leisten.

Wäre es nicht auch einmal ein interessanter Gedanke bei einer Entgiftungskur an ein „Device Detox“ zu denken und Smartphone, Laptop etc. zu Hause zu lassen oder für die Dauer der Ayurveda- bzw. Panchakarma-Kur bei uns abzugeben?

Panchakarma Küche

Neben diesen allgemeinen Richtlinien für ayurvedisches, konstitutionsgerechtes Essen, gibt es im Rahmen einer ayurvedischen Panchakarma-Kur weitere Komponenten zu beachten.

Eine Panchakarma-Kurkost besteht im Wesentlichen aus ayurvedischer Schonkost, d.h. Gemüse, Mungdahl und leichtes Getreide (Reis).Tierische Nahrungsmittel, Milchprodukte, Rohkost oder Salate, sowie üppige Süßspeisen werden vermieden. Auch scharfe Gewürze und saure Früchte (z. B. Ananas) gehören nicht in diese Kurdiät.

Bei schwerwiegender Indikation wird sehr einfaches und monotones Essen (z.B. Kitchari oder Gemüsecurry) zur Entlastung des Stoffwechsels empfohlen. Auch das Trinken von Ghee gehört in Indien in diese Kategorie.

Diese Panchakarma-Kurkost, empfiehlt sich auch in der Reinigungswoche ( erste Kurwoche), innerhalb einer einfachen vorbeugenden Ayurvedakur. Danach, in der Aufbauphase, kann allmählich zur allgemeinen ayurvedischen Kost übergegangen werden.

Der Schwerpunkt in einer Panchakarma-Kur liegt bei der strikten Ernährung, den medizinischen Anwendungen, Medikamenten und ärztlichen Empfehlungen, die vom Gast eigenverantwortlich und im Sinne der Selbstliebe beachtet werden sollte, wenn das Kurziel erreicht werden möchte.

Ayurveda Kur aus biochemischer Sicht

Die Ayurveda-Kur. Eine vertiefte Beschreibung aus biochemischer Sicht.
Die normale Ayurveda-Kur in Ayurveda Shunyata Villa, ist die klassische Ayurveda Panchakarm Kur. Vielfach auch als Authentische Ayurveda Kur bezeichnet.

In der Regel besteht diese Kur aus 2 Teilen:

1. Die Reinigungswoche/Panchakarma Woche

Damit beginnt jede Ayurvedakur. (Entschlackung, Entgiftung, Säure-Basen Ausgleich…)

Es empfiehlt sich eine „Detox Kur“ grundsätzlich 1x im Jahr durchzuführen, um zu verhindern, dass sich größere Depots von Toxinen und Schlacken (Ama) im Körpers ansammeln, die mit zunehmendem Umfang mehr und mehr Krankheiten im Körper verursachen.

In der traditionellen Ayurveda-Lehre bedeutet Ama auch ‚unvollständig Verdautes ‘. Sammelt sich Ama im Körper an, werden die Stoffwechselvorgänge beeinträchtigt. Aber auch auf der seelischen Ebene kann durch „unverdautes“ Ama entstehen.

Bedeutung der Reinigungswoche/ Panchakarma im Ayurveda:

In diesem Zusammenhang ist es vielleicht interessant zu wissen, dass alle künstlichen Zusatzstoffe in der Nahrung für unsere Biochemie unbekannt sind. Unser Organismus kann diese Fremdkörper nicht ‚verstoffwechseln‘ und lagert sie im Körper einfach ab. Da sich diese „Giftmüll – Depots“ jedoch weiterhin in unserem Körper befinden und ständig wachsen, lösen sie nach und nach erhebliche gesundheitliche Ungleichgewichte aus, wie z.B. Hauterkrankungen, Allergien und sogenannte ‚Nahrungsmittelunverträglichkeiten‘.

Auch im europäischen Kulturraum weiß man um die Bedeutung einer jährlichen Reinigungskur. Sei es die traditionelle Fastenzeit vor Ostern oder Fastenkuren wie die Mayer Kur, Heilfasten nach Buchinger, Basenfasten und andere Detox-Kuren. Sie alle haben ihre Berechtigung und machen gerade in der heutigen Zeit nochmal einen besonderen Sinn, da die Belastung durch Umweltgifte und künstliche Zusatzstoffe in der Nahrung noch nie so hoch war.

2. Die Folgewoche(n)

Diese ist (sind) die Zeit der Ausbalancierung des Säure-Basenhaushaltes, der Stoffwechselneueinstellung und der Heilung.

Hier beginnt der Reinigungsprozess zu greifen, der Stoffwechsel beginnt wieder effektiv zu arbeiten und auch unser Säure- Basenhaushalt kommt allmählich wieder ins Gleichgewicht.

Wird die erste Kurwoche in der Regel eher als anstrengend empfunden, so ist in der zweiten Woche schon eine deutliche Entlastung unseres gesamten Systems zu spüren. Leichtigkeit und ein neues, angenehmes Körpergefühl stellen sich ein.

Die Bedeutung eines gesunden Säure-Basenhaushaltes:

Hier sind wir bei einem weiteren wichtigen Aspekt der Ayurveda-Kur angelangt. Unsere westliche Lebensweise (Stress, negative Lebensprogramme, unregelmäßige, ungesunde Ernährung, Toxine die durch die Umwelt, Zigaretten, Alkohol oder Medikamente in den Körper gelangen) veranlassen unseren Körper in erhöhtem Maße Säure zu produzieren. Entsteht Säure im Organismus, muss unser Biosystem sofort in Aktion treten und diese Säure binden. Würde die Säure weiter in den Körper gelangen, so hätte dies zur Folge, dass Gewebe und Zellen zerstört werden. Zur Neutralisierung der Säure werden dem Körper wertvolle Mineralsalze entzogen, um damit die Säuere zu binden. So entstehen Schlacken und Verkalkungen. Bei der Bindung von Harnsäure entstehen die Harnsäurekristalle. Der daraus folgende chronische Mineralstoffmangel und die unterschiedlichen Ablagerungen verursachen dann ihrerseits viele gesundheitliche Ungleichgewichte, wie Gicht, Arthritis, Arthrose, Rheuma, Muskel- und Gelenkprobleme, Hauterkrankungen und vieles mehr.

Im Verlauf der Ayurveda-Kur kann sich der Stoffwechsel auf der Grundlage eines gereinigten und entlasteten Bio-Systems neu einstellen. Dies zeigt sich z. B. in einer erhöhten Fettverbrennung, einem wieder gut funktionierenden Verdauungssystem, verbesserter Atmung, Gedankenklarheit usw.

Die für die Zeit nach der Reinigung verordneten ayurvedischen Medikamente, insbesondere auch die frischen Heilkräuter, die in Ayurveda Shunyata Villa täglicher Bestandteil der Nahrung sind, können jetzt ihre volle Kraft entfalten.

So kann schon in der zweiten Kurwoche ein besseres Allgemeinbefinden wahrgenommen werden. Krankheits-Symptome können sich auflösen und Lebensenergie, Gesundheit und Lebensfreude kehren zurück.

Die ayurvedische Konstitutionslehre

Jeder Mensch ist einzigartig

Ayurveda betrachtet den Menschen als einzigartiges Individuum mit seinen ganz eigenen Fähigkeiten, Vorlieben und Abneigungen, Temperament und Charakter, Krankheitsneigungen etc. Diese Individualität gestaltet sich durch die unterschiedliche Zusammensetzung der fünf Elemente, die sich wiederum in den drei Doshas manifestiert und seine Konstitution bildet.

Was ist ein Dosha? Doshas sind Prinzipien, die in der Lage sind, bestimmte Eigenschaften und Funktionen im Körper hervorzurufen.

Vata – heißt übersetzt so viel wie ‘Wind’ („das, was bläst“) und bildet sich aus Luft und Äther. Es ist das Bewegungsprinzip in unserem Körper. Wenn wir uns den Wind vorstellen, wie er um die Häuserecken pfeift, so können wir Vata mit seinen Eigenschaften besser verstehen: leicht, beweglich, fein, trocknend, rau und kühl.

So ist der Vata-Typ sehr rege und aktiv, hat ständig neue Ideen und Visionen, zeichnet sich durch hohe Kreativität, feine Wahrnehmung, schnelle Auffassungsgabe und Flexibilität aus. Lebt der Vata Typ im Gleichgewicht, ist er entsprechend lebendig, feinfühlig, geistig rege und flexibel. Gerät er ins Ungleichgewicht, leidet er unter zu viel Bewegung in und um seinen Körper, was zu Blähungen, Nervosität, Unruhe, Schlaflosigkeit, Schmerzen, Kältegefühl, trockener und rauer Haut, sowie zu Schwächezuständen führt.

Pitta – heißt übersetzt ‘Galle’ („das, was kocht“) und entsteht aus dem Element Feuer mit einem kleinen Anteil Wasser. Es ist das Umsetzungsprinzip auf der körperlichen und geistigen Ebene und ist verantwortlich für alle Stoffwechsel- und Verdauungsvorgänge, sowie für die Intelligenz und geistige Fähigkeit des Menschen. Die Eigenschaften von Pitta sind: heiß, scharf, flüssig, ölig, sauer, bitter und leicht.

Der Pitta-Typ zeichnet sich durch sein feuriges Temperament, seine Intelligenz und Verantwortungsbereitschaft aus. Er ist häufig in Führungspositionen zu finden, kann andere für seine Ziele begeistern, arbeitet strukturiert, zielstrebig und effizient. Doch schnell kann er auch über sein Ziel hinausschießen. Ist der Pitta-Typ aus dem Gleichgewicht geraten, leidet er häufig an Übersäuerung, übermäßigem Schwitzen, Entzündungen, Fieber, Magenbeschwerden, Migräne, Hautausschlägen und ist emotional sehr reizbar (Wut, Zorn).

Kapha – wird als ‘Schleim’ („das, was haftet/ verbindet“) übersetzt und bildet sich aus Wasser und Erde. Es ist das Stabilitätsprinzip und gibt dem Körper Struktur (Skelett, Gewebe), Stärke, Potenz, Ruhe, Ausdauer und Widerstandskraft. Seine Eigenschaften sind: schleimig, ölig, schwer, träge, kalt, feucht, weich und süß.

Der stabile Kapha-Typ wirkt häufig wie ein Fels in der Brandung. Er ist geduldig, ausdauernd, stark, pflichtbewusst, vergebend, selbstkontrolliert, aufrichtig, nicht selbstsüchtig und konstant in seinen Beziehungen. Er ist eher von gemütlicher Natur und erfreut sich großer Beliebtheit. Doch oft ist er auch etwas schwerfällig und langsam. Ist das Kapha-Dosha zu stark, kommt es zu Bewegungsarmut und Stagnation im Körper, sowie auch im Leben. Die Folgen sind Verstopfung, Ödeme, Übergewicht, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Verschleimung im Brust- und Kopfbereich, aber auch schwerwiegende Erkrankungen wie Diabetes oder Tumorbildungen.